Echo

Zurück

Schwarzwälder-Bote, 30.10.2017, von Giuseppe Schillaci

Preisgekrönter Jazz am Schießberg

Offshore Quintett

Achim Kaufmann (links) und Gebhard Ullmann improvisierten bei "Jazz am Schießberg". Foto: Schillaci Foto: Schwarzwälder-Bote

Echte Hochkaräter durften die Besucher der Veranstaltungsreihe "Jazz am Schießberg" am Freitagabend begrüßen. Mit Achim Kaufmann und Gebhard Ullmann gastierten zwei erfahrene und preisgekrönte Jazz-Musiker.

Calw. Mit Stolz erfüllt präsentierte der Organisator und Begründer der Veranstaltungsreihe, Urs Johnen, die beiden international bekannten Künstler.

Pianist Achim Kaufmann ist amtierender Preisträger des Albert-Mangelsdorff-Preises, der bedeutendsten Jazzauszeichnung in Deutschland. Saxophonist und Bassklarinettist Gebhard Ullmann ist der erste Musiker, der mit dem neuen Berliner Jazzpreis ausgezeichnet wurde. "Preisgekrönter könnten Besucher bei uns kaum sein", freute sich Johnen sichtlich.

Es geht ausschließlich um Improvisation

Im vergangenen Jahr veröffentlichten Kaufmann und Ullmann mit "Geode" eine besondere CD. "Auf der CD und im heutigen Konzert handelt es sich ausschließlich um Improvisation. Improvisierte Komposition oder komponierte Improvisation", verriet Ullmann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Als die beiden Jazz-Artisten dann zu spielen begannen wurde es richtig spannend. Denn weder die Besucher noch die Künstler wussten, in welche Richtung die Musik gehen würde.

Zunächst startete das Konzert sehr ruhig. Kaufmann spielte das Klavier nach Belieben. Ullmann stieg immer wieder mit dem Saxofon oder der Bassklarinette ein. Oft pausierte er und schaute konzentriert und lächelnd zu Kaufmann, der beim Klavierspiel stets in seinem Element zu sein schien. Schnell entstand eine Harmonie zwischen den beiden Musikern und deren Instrumenten, die die Zuhörer in ihren Bann zog.

In den verschiedenen Sets, die nach Abschluss lautstark beklatscht wurden, zeigten die beiden Künstler ihr Können. Mal spielten sie langsam und ruhig, um dann plötzlich rasante Tonabfolgen zu spielen, so dass man die Fingerbewegungen gar nicht mehr erkennen konnte.

Das Besondere an der Improvisation war mit Sicherheit die Unregelmäßigkeit und die hohe Abwechslung. Nie verfingen sich die Musiker in Mustern. Es gab keine koordinierte, sich wiederholende Melodien. Und doch passte alles wunderbar zusammen.

Nach der Pause setzte sich Johnen gemeinsam mit den beiden Musikern vor das Publikum und es kam zu einer Fragerunde. Hierbei sprach man über die Musikrichtung und die Improvisation. Zeitgenössische Musik findet immer weniger Publikum. "Man muss sich einfach darauf einlassen", so Ullmann. Unvoreingenommenheit sei hierbei besonders wichtig. Als Botschafter für die improvisierte Jazz-Musik sehe sich Kaufmann jedoch nicht. Ihm gehe es ausschließlich um den Spaß am Musizieren.

Aus dem Publikum gab es viele positive Reaktionen und Lob. So war zu Beginn des Konzertes leichte Skepsis zu spüren, die sich jedoch schnell in Begeisterung verwandelte.

Nach der Fragerunde musizierten die sehr gesprächigen Künstler, zur Freude der Zuhörer, noch weiter und begeisterten auf ganzer Linie.

Zurück